11.11.2009 | Redakteur: Stéphane Itasse

Der Solarindustrie-Ausrüster Centrotherm Photovoltaics AG, Blaubeuren, steuert weiter auf Wachstumskurs. In den ersten neun Monaten 2009 erzielte der Maschinenanbieter für die Herstellung von Solarsilizium, kristallinen Solarzellen und CIGS-Dünnschichtmodulen ein Umsatzplus von 58,1% auf 374,7 Mio. Euro (Vorjahr: 236,9 Mio. Euro), wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilt. Der Ausblick ist positiv.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände (EBITDA) verbesserte Centrotherm Photovoltaics nach eigenen Angaben um 62,3% auf 50,7 Mio. Euro (Vorjahr: 31,3 Mio. Euro). Dies entspreche einer gestiegenen EBITDA-Marge von 13,5% im Vergleich zu 13,2% im Vorjahreszeitraum.
Das EBIT vor Kaufpreisallokationen sei um 55,3% auf 47,2 Mio. Euro nach 30,4 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum gestiegen. Die EBIT-Marge vor Kaufpreisallokationen habe bei 12,6% (Vorjahr: 12,8%) gelegen. Unter Berücksichtigung der Effekte aus den Kaufpreisallokationen stieg das EBIT um 16,8% auf 35,5 Mio. Euro, heißt es, die EBIT-Marge lag bei 9,5% (Vorjahr: 12,8%).
Oliver M. Albrecht, Finanzvorstand der Centrotherm Photovoltaics, kommentiert: „Damit bekräftigen wir unser für 2009 geplantes Umsatzwachstum auf 500 bis 550 Mio. Euro bei einer Steigerung des EBITDA.“ Positive Signale sieht der Solartechnik-Spezialist auch wieder beim Auftragseingang. So habe Centrotherm Photovoltaics im dritten Quartal 2009 Aufträge mit einem Volumen von 41,2 Mio. Euro nach 14,5 Mio. Euro im zweiten Quartal dieses Jahres erhalten. Insgesamt belaufe sich der Auftragsbestand zum 30. September 2009 auf 922,4 Mio. Euro (31. Dezember 2008: 990,2 Mio. Euro).
Mit Spannung blicke Centrotherm Photovoltaics derzeit nach Asien: Bis Ende des Jahres soll dort das erste, mit einer Fläche von 1,5 m2 bis dahin größte CIGS (Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid)-Modul aus einer Massenfertigung produziert werden. „Nach unserem Meilenstein First Silicon Out im Frühjahr 2009 wäre dies ein weiterer Erfolg in unserer Unternehmensgeschichte“, sagt Robert M. Hartung, Vorstandssprecher der Centrotherm Photovoltaics.
Die Grundlage werde in der Forschung und Entwicklung (F&E) gelegt. So unterhält das Unternehmen nach eigenenn Angaben als eines der wenigen der Branche eine eigene F&E-Abteilung für jeden Geschäftsbereich mit insgesamt rund 100 Mitarbeitern.
Im Geschäftsbereich Solarsilizium hätten die Solartechnik-Experten den im April 2009 vorgestellten Kristallisationsofen zur Herstellung von multikristallinen Ingots weiter verbessert. Damit könnten kürzere Prozesslaufzeiten, eine höhere Prozessstabilität und eine gesteigerte Durchsatzleistung pro Jahr erzielt werden.
Darüber hinaus hat Centrotherm im Geschäftsbereich Solarzellen eine neue Generation Rohröfen für Diffusion und Oxidation vorgestellt, mit einer um 25% gesteigerten Kapazität. Durch Prozessoptimierung und Veränderungen in der Ofenkonstruktion könnten mehr Wafer verarbeitet werden, was die Effizienz zusätzlich verbessere. Ein Ergebnis der F&E-Aktivitäten sei auch die neue Zell-Linie „FlexLine Plus“, mit der die Wirkungsgrade bei der Herstellung kristalliner Zellen weiter erhöht würden.
Im Geschäftsbereich Dünnschicht sei es gelungen, den Zellwirkungsgrad auf 13% zu steigern. Der Wert sei mit einem für die Massenproduktion umsetzbaren Verfahren erreicht worden. Centrotherm Photovoltaics erwartet daher Wirkungsgrade von bis zu 12% auf den Turnkey-Linien für die industrielle Fertigung von Dünnschichtmodulen der Fläche 1,5 m2, heißt es.
„Trotz des herausfordernden Marktumfeldes konnten wir Umsatz und Ergebnis im Berichtszeitraum deutlich steigern“, sagt Hartung. „Wir haben unsere starke Marktposition im Ausland noch ausgebaut, was sich in unserer Exportquote von 91,6% widerspiegelt.“ Erneuter Wachstumstreiber war das Asiengeschäft mit einem Anteil von 80,5% am Gesamtumsatz.
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