Smart Grid

VDE wirbt in China für deutsche Standards

10.06.2010 | Redakteur: Peter Steinmüller

Rund 400 Teilnehmer zählte das Smart-Grid-Forum in Bejing. Bild: VDE

Bis zum Jahr 2020 will China seinen CO2-Ausstoß drastisch um bis zu 40% reduzieren. Hierzu will die chinesische Regierung massiv den Ausbau von regenerativen Energien und einem intelligenten Stromnetz, dem sogenannten Smart Grid, fördern. So soll das Smart Grid bis zu diesem Termin etabliert sein, wie der VDE mitteilt.

Dies verkündete Baoquan Shi, Vice Administrator von SAC während des ersten Sino-EU Smart Grid Technology and Standardization Forums in Bejing. Ziel des Forums war es, die Zusammenarbeit zwischen der EU und China im Bereich Smart Grid zu fördern und eine Harmonisierung von Normen und Standards zu erreichen. Organisiert wurde das Forum mit rund 400 Teilnehmern aus China und Europa unter anderem von Europ-Electro, der DKE Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE (VDE/DKE) und dem Zentralverband der Elektroindustrie (ZVEI) mit Unterstützung der Standardization Administration of the People´s Republic of China (SAC).

Smart Grid bietet in China große Chancen

Bislang ist der Bereich Smart Grid ein neues Terrain für China. Für den Exportweltmeister ist ein funktionierendes und zuverlässiges Stromnetz unerlässlich. Für die deutsche Industrie birgt das Land der Mitte, das sich zu einem der größten Energieproduzenten der Welt entwickeln möchte, großes wirtschaftliches Potenzial. „Allerdings nur, wenn wir uns frühzeitig mit China bezüglich der Architektur und Standardisierung von Smart Grid abstimmen können,“ betont Dipl.-Ing. Roland Bent, Geschäftsführer Marketing und Entwicklung bei Phoenix Contact.

Eine frühzeitige Berücksichtigung von Normungsaspekten im Forschungsprozess und bei der Umsetzung schafft Wettbewerbsvorteile für Deutschland. „Was wir brauchen sind einheitliche internationale Standards, die den Informationsaustausch für Grid Automation, Industry Automation und Home Automation beschreiben“, fordert auch Dr.-Ing. Bernhard Thies, Sprecher der Geschäftsführung von VDE-DKE.

Konkurrenz um Smart Grid entwickelt sich rasend schnell

Aufgrund der rasanten Entwicklung im Bereich Smart Grid, muss schnell gehandelt werden. Denn auch die Amerikaner haben China als Zukunftsmarkt für Smart Grid im Visier und bereits einige Anstrengungen unternommen, das Land in Sachen Normung und Standardisierung auf ihre Seite zu ziehen.

„Wir stehen im Wettbewerb mit den USA, was Standardisierungskonzepte und Definitionen von Smart Grid betrifft. China denkt in Monaten, nicht in Jahren. Deshalb kommt es jetzt darauf an, dass die Ergebnisse der deutschen Normung rasch implementiert werden“, sagt Thies.

China will Smart Grid auf anerkannte Standards aufbauen

Um den IKT-Sektor mit dem Energie-Sektor in Einklang zu bringen, sollten alle Akteure auf die schon bestehenden Standards zurückgreifen. Zahlreiche international anerkannte IEC-Standards in den Bereichen Power, Industrial and Building Automation existieren bereits. Lin Xianyu, Leiter des Smart Grid Departments der State Grid Corporation of China, erklärte in Peking, dass China auf bereits erprobte Standards aufbauen möchte und sowohl die amerikanischen NIST-Standards (NIST= National Institute of Standards and Technology) wie auch die internationalen IEC-Standards (IEC=International Electrotechnical Commission) auf Adaptierbarkeit prüfe. China lege dabei großen Wert auf die Kooperation mit Europa und vor allem mit Deutschland.

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