03.02.12 | Redakteur: Jürgen Schreier
Der Startschuss für das Projekt „Ampacity“ ist gefallen: Der RWE-Konzern, Nexans und KIT werden nun ein etwa 1 km langes Hochspannungskabel zwischen zwei Umspannstationen der Ruhrgebietsstadt Essen durch eine moderne Supraleiterlösung ersetzen. Das markiert die längste Installation eines Supraleiterkabels weltweit.
Im Rahmen dieses Supraleiter-Projekts wird das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) geeignete Supraleitermaterialien und Isolierstoffe untersuchen. Das dreiphasige, konzentrisch aufgebaute 10-kV-Kabel ist für 40 Megawatt Übertragungsleistung ausgelegt. Erstmalig vorgesehen ist außerdem die Kombination eines Supraleiterkabels mit einem resistiven supraleitenden Strombegrenzer als Überlastschutz; das Gerät wird bei Nexans Super Conductors in Hürth gefertigt.
Das Projekt könnte der Auftakt zur Umstrukturierung eines innerstädtischen Netzes in ganz neuen Dimensionen sein: Nach erfolgreichem Abschluss eines zweijährigen Feldtests wäre es denkbar, das Rückgrat des Essener Verteilnetzes weitgehend auf 10-kVSupraleiter umzustellen und von Hochspannungsanlagen zu befreien.
Dies würde mittelfristig zu mehr Effizienz sowie niedrigeren Betriebs- und Instandhaltungskosten bei gleichzeitig geringerem Flächenverbrauch führen. In der Innenstadt würden wertvolle Grundstücke frei, denn etliche 110/10-kV-Umspannstationen könnten rückgebaut werden. Aufgrund der Besonderheit und der Perspektiven von Ampacity wird das Projekt vom Energieforschungsreferat des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert. Die Gesamtkosten des Forschungsprojekts belaufen sich auf rund 13 Mio. Euro, einschließlich der Förderung durch den Bund in Höhe von rund 3,4 Mio. Euro.
Dem Projekt ging eine ausführliche Studie voraus. In ihr haben Forschungseinrichtungen unter Federführung des Karlsruher Instituts für Technologie zusammen mit den Projektpartnern Nexans und RWE die technische Machbarkeit und die Wirtschaftlichkeit einer Supraleiterlösung auf Mittelspannungsebene analysiert.
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